Tuning von Reifen und Rädern

Fahrverhalten aus der anderen Dimension Tuning von Reifen und Rädern

Optimierung und Individualisierung sind die Essenz des Tunings. „Show & Shiner“, denen es vor allem auf die Optik Ihres Autos ankommt, finden sich in dieser Szene genauso wie „Performer“, die Motorleistung und Kurvenverhalten Ihres Fahrzeugs perfektionieren möchten – viele wollen beides. Was all diese Menschen vereint, ist die Suche nach dem richtigen Reifen. Klug gewählt bieten die Pneus nicht nur ein Höchstmaß an Grip und Fahrsicherheit, sondern unterstreichen je nach Querschnitt auch den Auftritt von attraktiven Leichtmetallfelgen.

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Bei der Auswahl der Reifen haben es Tuning-Fans heute leichter als noch vor einigen Jahren. Sie können ohne zusätzliche Eintragung oder Abnahme aus einem weit größeren Pool schöpfen– und dies nicht nur, weil die früher häufige Praxis der Fabrikatsbindung mittlerweile entfallen ist: Grundsätzlich wird zwar nur noch eine Dimension im „Fahrzeugschein“, der Zulassungsbescheinigung 1, aufgelistet, in den so genannten COC-Papieren eines Fahrzeugs findet sich jedoch in der Regel eine ganze Reihe weiterer zulässiger Größen. Ein wichtiger Punkt: Der Abrollumfang der neu zu montierenden Rad-Reifenkombination sollte möglichst identisch sein bzw. eine Abweichung nicht mehr als 8 Prozent betragen. Andernfalls kann es nicht nur zu behebenden Tachoabweichungen kommen, sondern auch zu einer Veränderung der Abgaswerte, die ein neues Abgasgutachten nötig macht.

Tuningfans tendieren bei den Reifen oft und gerne zu den Extremwerten, weil sie möglichst große Leichtmetallräder montieren möchten. Dennoch sollte man hier nicht nur auf die schöne Optik achten, sondern auch einige Gedanken auf die zu erwartenden Fahreigenschaften verschwenden.

Grundsätzlich steigt mit zunehmender Breite die Aufstandsfläche auf der Straße und es können mehr Kräfte übertragen werden. Infolge verbessern sich die Bremswerte aufgrund der stärkeren Reibung zwischen Gummi und Asphalt, das Auto liegt zuverlässiger in der Spur und der Grip gewinnt. PS-starken Fahrzeugen kommt ferner die zusätzliche Traktion zugute, so dass die Leistung beim Gasgeben sich nicht buchstäblich in Rauch auflöst. In der Summe ergeben sich nicht nur sportlichere, sondern auch sicherere Fahreigenschaften – somit sind Breitreifen nicht nur für Tuningfans eine Empfehlung.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Bei allzu extremen Rad-Reifenkombinationen macht sich jedoch das höhere Gewicht negativ bemerkbar: Infolge steigen die ungefederten Massen am Auto deutlich, Federungskomfort und die Lenkspontaneität leiden. Während gut motorisierte Fahrzeuge bei der Beschleunigung durch die gestiegene Traktion profitieren, kommen durchschnittlich oder mäßig „bestückte“ Autos eher langsamer auf Touren – sie werden durch die Trägheit der Massen und die höhere Reibung ausgebremst. Auch in puncto Topspeed kann es aufgrund des größeren Luftwiderstands eines Breitreifens durchaus zum Verlust von einigen wenigen km/h kommen. Während die üppige Aufstandsfläche bei trockenem Wetter ein Maximum an Halt auf der Fahrbahn ermöglicht, kann sich dieser Vorteil bei starkem Regen hingegen in sein Gegenteil verkehren. Unter dem breiten Profil sammelt sich einfach mehr Wasser, das beim Verdrängungsprozess zudem einen weiteren Weg zurücklegen muss. Die Folge: Aquaplaning. Durch intelligentes Profildesign und verbesserte Drainagesysteme sind moderne Breitreifen in diesem Punkt jedoch weitaus unbedenklicher als ihre „historischen“ Kollegen. Geblieben ist jedoch die physikalisch bedingte Empfindlichkeit für Spurrillen.

Neben der reinen Größe kommt auch dem Querschnitt des Reifens eine große Bedeutung zu – sprich dem Verhältnis zwischen Breite der Lauffläche und Höhe der Flanke. Da man von der Seite nur wenig Gummi sieht, kommen mit ihnen die Leichtmetallfelgen besser zur Geltung und wirken auch größer als sie in Wirklichkeit sind. Für das Fahrverhalten ergeben sich ebenfalls Konsequenzen. Positiv sind die verbesserte Lenkpräzision und Fahrsicherheit zu bewerten. Da sich der Reifen durch die geringeren Hebelkräfte weniger verwindet, behält er seine geometrische Struktur – der Kraftschluss bleibt in alle Richtungen in einem optimalen Bereich. Abstriche hingegen sind in puncto Federungskomfort zu erwarten, da das dämpfende Luftkissen zwischen Felge und Straße flacher ausfällt. Das Thema Reifen präsentiert sich somit als durchaus komplexes Fachgebiet, in dem Faustformeln nur grobe Richtwerte darstellen können und jeder selbst die für ihn optimale Wahl treffen muss. Profunde Hilfe und Erfahrungsaustausch aus der Praxis bieten die Experten des professionellen Reifenhandels.